10. November 2022

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SELBST-WERT-GEFÜHL


Wow, in diesem Begriff steckt schon ganz schön viel drin.


Er bedeutet, dass ich auf mich selbst achte und für mich selbst sorge. Dazu gehört auch eigenverantwortlich zu leben und zu interagieren. Es klingt so einfach und simple, dann für sich selbst zu sorgen bedeutet, dass mir Zeit für Dinge nehme, die mir selbst wichtig sind. Natürlich können das auch andere Menschen, wie Familie und Freunde sein. Im Kern geht es jedoch darum, sich in erster Linie um sich selbst zu kümmern und Dinge zu tun, die mir persönlich dabei helfen ein besseres Leben zu führen. Dazu gehören alle Dinge, die mich seelisch, emotional, mental und körperlich gesund halten.


Diese Dinge können individuell verschieden sein und sind sicherlich nicht jeden Tag gleich. So kann es an einem Tag sein, dass ich mich unbedingt bewegen möchte, weil ich beruflich viel Zeit am Schreibtisch verbracht habe und mich dann entscheide joggen zu gehen, Rad zu fahren, zu schwimmen oder eine Runde zu wandern.


Es kann sein, dass ich soziale Kontakte suche und mich über das Stück Kuchen und die Tasse Kaffee mit der Oma am Sonntag freue oder darauf meine Teamkamerad:innen bei der nächsten Trainingseinheit zu treffen.


Steigt der Stresspegel können aber auch soziale Interaktionen anstrengend werden. Hier hilft es auf die innere Stimme zu hören, die vielleicht den Wunsch nach Ruhe äußert, um ein gutes Buch zu lesen oder vielleicht mal wieder einen Abend in Wanne oder der Sauna zu verbringen.


Manchen Menschen fällt es schwer selbstfürsorglich mit sich selbst umzugehen und so wird schon mal das Mittagessen in stressigen Projektphasen gestrichen und viel zu viel Kaffee getrunken. Am Abend knurrt dann ohne Ende der Magen und es muss schnell was zu essen her. Der viele Kaffeekonsum lässt den Menschen verspätet einschlafen und eigentlich wurde über den Tag auch zu wenig Wasser getrunken.


Mittlerweile gibt es hierfür schon allerlei digitale Helfer, die uns daran erinnern regelmäßig zu trinken oder eine kleine Bildschirmpause einzulegen.


Der Schlüssel für eine bessere Selbstfürsorge ist achtsamer zu werden. Sich selbst und sein Umfeld aktiver wahrzunehmen und zu hinterfragen, ob die gelebten Muster so auch sinnvoll sind. Wenn ja, prima! Wenn nicht, dann

lohnt es sich einen Blick darauf zu werfen.


Selbstverantwortung oder Eigenverantwortung klingt für jeden Erwachsenen zunächst banal. Hinterfragen wir das Ganze an dieser Stelle einmal. Gerade den Deutschen wird nachgesagt, dass sie ein Land der Jammerer (innen?) sind. Da wird gerne gemeckert und über Andere hergezogen. Am Gartenzaun über die neuen Nachbarn gelästert und sich gegenseitig hochgeschaukelt.


Ganz sicher beeinflusst uns die soziale Herkunft und das Umfeld in dem wir aufgewachsen sind - keine Frage. Darüber könnte ich nun einen separaten Post schreiben, aber ich grenze es ein wenig ein, um beim Thema zu bleiben.


Für mich ist Eigenverantwortung damit gleich zu setzen, dass ich mir meiner Handlungen und meines Verhaltens bewußt bin. Mache ich einen Fehler, stehe ich dazu und versuche diesen zu beheben oder dafür grade zu stehen. Kinder haben diese Eigenverantwortung noch nicht. Das zeigt sich oft, wenn ein Streit zwischen Kindern beobachtet wird. Da hat dann immer der Andere das getan und dieser beschuldigt mich, dass ich daran Schuld habe. Ich denke mein Punkt ist klar, man kennt solche Situationen. Kinder dürfen das noch lernen und das ist gut so. Erwachsene, die bei allen Dingen erstmal auf andere Menschen, die Behörden, das System, die Politik usw. verweisen, suchen die Schuld bei Anderen. Oft frage ich mich, ob diese Personen sich gefragt haben, was sie verändern können, damit es ihnen selbst besser geht?


Nun geht´s ans Eingemachte.


Bin ich es mir selbst wert einen positiven Selbstwert zu haben? Ich meine, ja! Selbstwert definiert sich darüber, was ich über mich selbst denke und wie ich mich selbst bewerte.


Hier gibt es zwei Dinge zu unterscheiden. Den gesteigerte Selbstwert und den geringen Selbstwert. Sagen wir es so, alles was von der Norm abweicht und ins Extreme geht, kann ungesund werden. Bei gesteigertem Selbstwert sind wir schnell beim Thema Narzissmus. Diese Menschen denken über sich selbst, dass ihnen die Welt zu Füßen liegt und sie verhalten sich auch so. Wer mit einem narzisstischen Menschen zusammen ist, hat so seine täglichen Herausforderungen.


Dagegen stehen die Menschen, die ein geringes Selbstwert. Diese halten sich unentwegt selbst ihre eigenen Schwächen und Fehler vor. Der Grundstein dafür wurde in der Kindheit gelegt. Dort lernten sie, dass ihre Bedürfnisse nicht wichtig sind und die Erwartungen Anderer erfüllt werden müssen, um geliebt zu werden. Häufig sabotieren sie sich im Erwachsenenalter selbst in dem sie an ihren negativen Glaubenssätzen festhalten. Sätze wie bspw. "ich bin nicht gut/klug/schön genug" oder "ich bin es nicht wert" oder "ich kann das nicht" sind keine Seltenheit und die Liste lässt sich noch beliebig verlängern.


Diese Gedanken haben eine ungeheure Macht über die betroffene Person. Das führt dazu, dass sie ihr Potenzial nie ausschöpfen und unter ihren Möglichkeiten bleiben.


Nun fragt man sich, wie gesunder Selbstwert aussieht. Dies zeigt sich darin, dass sich diese Menschen selbst akzeptieren, so wie sie sind - mit ihren Werten und Fehlern. Generell lässt sich sagen, dass sie ein positives und

realistischen Selbstbild haben. Sie stehen zu ihren Fehlern, aber geißeln sich nicht selbst damit. Weiterhin sind sie sich dessen bewußt, was sie können und welche Skills sie mitbringen. Diese können sie sowohl verbalisieren als auch für ihre Ziele bewußt einsetzen. Auch die eigenen Schwächen werden nicht versteckt oder unterdrückt - es sind die Ecken und Kanten einer Persönlichkeit.


Das Geheimnis ist diese zu akzeptieren und zu tolerieren - in erster Linie tue ich das für mich selbst.


Und was hat nun das Gefühl mit all dem zu tun?


Eine ganze Menge, denn das Gefühl ist das, was wir unbewußt (oder schon bewußt) als erstes Wahrnehmen. Vorahnung oder Bauchgefühl lassen uns Situationen schneller erkennen und einordnen.


Das Gefühl für sich selbst ist deshalb so wichtig damit wir authentisch sein können und unsere Bedürfnisse wahrnehmen. Erinnert ihr euch an dies Snickers-Werbung (nein, ich werde für die Nennung der Marke nicht bezahlt)? Du bist nicht du, wenn du hungrig bist?


Ich kenne einige Menschen bei denen die Stimmung kippt, wenn der Hunger kommt. Eigentlich müsste das nicht sein. Es hilft sich selbst darüber bewußt zu werden, dass der Körper Energie benötigt um zu funktionieren. Etwas früher zu bemerken, dass es nun Zeit wäre den Magen zu füllen, kann daher hilfreich sein. Ich maße mich nicht an zu beurteilen, ob es dann der Schokoriegel oder die Banane ist, die hier Abhilfe schafft. Tu das, was dir in dem Moment gut tut.


Das Gefühl kann aber auch relevant sein, wenn ich mich in Situationen oder in Anwesenheit von anderen Menschen nicht wohl fühle oder besonders wohl fühle. Es tut bspw. gut sich an seine*n Partner*in zu kuscheln oder eine schöne Zeit mit den Kindern auf dem Spielplatz zu verbringen.

 

Nach einem langen Arbeitstag kann es aber auch das leckere Abendessen und die Lieblingsserie sein, was sich dein Körper oder vielmehr die Seele wünscht. Die Glückshormone werden ausgeschüttet und der Stress fällt ab. An einem anderen Tag freust du dich darüber den Ärger und Stress im Fitnessstudio Luft zu machen. Was dir gut tut, entscheidest einzig und allein du - dein Gefühl sagt dir, was für dich in dieser Situation richtig ist.


Eine Anregung zum Schluss: "Wenn jede*r sich um sich selbst kümmert, ist für jede*n gesorgt."



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